Von Marcus Fecht und Joschua Lenz

Vom 13.10.2025 bis zum 24.10.2025

Persönliches

Mein Name ist Marcus Fecht, ich wurde am 30.06.2008 in Aurich geboren und wohne in Großefehn. Zurzeit besuche ich das Berufliche Gymnasium der BBS 2 Aurich, an dem ich voraussichtlich im Sommer 2027 mein Abitur mit den Schwerpunkten Mechatronik, Mathematik und Englisch absolvieren werde. In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Sport und interessiere mich für Motorräder. Erste praktische Erfahrungen konnte ich bereits durch mehrere Praktika sammeln, unter anderem als KFZ-Mechatroniker, Systemelektroniker sowie im Bereich Konstruktionsmechanik. 

Mein Name ist Joschua Lenz, ich wurde am 08.08.2007 in Großefehn geboren und wohne in Großefehn. Zurzeit besuche ich das Berufliche Gymnasium der BBS 2 Aurich, wo ich voraussichtlich im Sommer 2027 mein Abitur mit den Schwerpunkten Informatik, Mathematik und Englisch absolvieren werde. In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Computern und naturwissenschaftlichen Fächern. Darüber hinaus treffe ich mich mit Freunden und Familie.

Erste praktische und theoretische Erfahrungen konnte ich bereits durch mehrere Projekte, unter anderem Webseitengestaltung und Sicherheitsüberprüfungen bei Webseiten, sammeln. 

Zur Betreuung in der ESO

Während des Stipendiums wurden wir von Astronomen und Mitarbeitern der ESO, darunter hauptsächlich Maximilian Häberle, betreut. Zu Beginn erhielten wir eine Rundführung durch das Gebäude sowie Informationen zur Arbeitsweise vor Ort. Maximilian Häberle war sehr unterstützend. Bei Fragen konnten wir uns jederzeit an ihn wenden. Gleichzeitig wurde uns genügend Freiraum gegeben, um selbstständig zu arbeiten und eigene Lösungsansätze zu entwickeln. Es fanden regelmäßige Gespräche statt, in denen wir unsere Fortschritte besprechen und Feedback erhalten konnten. Insgesamt war die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm und motivierend. 

Täglicher Ablauf des Stipendiums

Montag, 23.03.

Am Montag, den 23.03., sind wir um 8:00 Uhr aufgestanden und haben im Stellaris Apartment gefrühstückt. Um 10:00 Uhr sind wir zum Hauptgebäude der ESO gegangen. Da das Gelände sehr groß und unübersichtlich ist, waren wir zunächst etwas orientierungslos, wurden aber kurz darauf von unserem Betreuer Maximilian Häberle abgeholt. Zu Beginn erhielten wir eine Führung durch verschiedene Bereiche des Gebäudes. Die ESO wirkte dabei wie ein Labyrinth mit vielen interessanten Räumen. Besonders beeindruckend war ein Raum, in dem ein Teleskop aus sechseckigen Segmenten getestet wurde. Dieser wird unter Überdruck gehalten, um Staub fernzuhalten, und die Geräte werden mit flüssigem Stickstoff gekühlt, um Wärmestrahlung zu minimieren. Anschließend wurden wir zu unseren Arbeitsplätzen im fünften Stock gebracht, wo wir bis zum Mittag an einem Python-Tutorial arbeiteten. Nach der Mittagspause setzten wir die Arbeit fort. Am Nachmittag gingen wir in die Bibliothek, wo eine gemeinsame Vorstellungsrunde der Wissenschaftler und Studenten stattfand, gefolgt von einem Quiz. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Ländern und sprachen alle fließend Englisch. Der Programmtag endete um 17:20 Uhr.

Dienstag, 24.03.

Am Dienstag, den 24.03., waren wir um 10:00 Uhr wieder bei der ESO. Dort erhielten wir eine Zugangskarte, mit der wir den Haupteingang eigenständig öffnen konnten. Bis etwa 10:30 Uhr waren wir wieder in unseren Büros. Anschließend nahmen wir an einem „Science Coffee Talk“ teil und sprachen mit zwei Wissenschaftlerinnen, darunter eine aus Brasilien sowie eine Forscherin, die an der Andromeda-Galaxie gearbeitet hat. Danach arbeiteten wir bis 12:00 Uhr weiter, bevor wir eine Vorlesung besuchten, in der ein Wissenschaftler seinen Arbeitsbereich präsentierte. Im Anschluss gab es eine gemeinsame Pizza-Pause. Am Nachmittag besuchten wir den „Head of Instruments and Cryogenic Systems Group“ Matteo Accardo, der uns ein Labor zeigte, in dem Teile des Very Large Telescope getestet werden. Besonders interessant war die Erklärung eines Kryostaten, mit dem Geräte mithilfe von flüssigem Stickstoff gekühlt werden. Um 16:00 Uhr hatten wir einen Termin mit einem langjährigen Astronomen, der uns die Geschichte der ESO sowie deren Standorte, insbesondere in Chile, erklärte und uns weitere Bereiche des Gebäudes zeigte.

Mittwoch, 25.03.

Am Mittwoch arbeiteten wir erneut an unserem Python-Tutorial. An diesem Tag waren wir eigenständig unterwegs, da unser Betreuer nicht anwesend war. Im Laufe des Tages besuchten wir die Ausstellung „Supernova“, in der verschiedene astronomische Themen anschaulich dargestellt werden. Außerdem nahmen wir an einer Vorlesung über die Beobachtung von Schwarzen Löchern mithilfe von Röntgenstrahlung teil.

Donnerstag, 26.03.

Am Donnerstag begannen wir mit den Modulen 1 und 2 unserer Projektarbeit. Dabei beschäftigten wir uns mit der Vermessung des Kugelsternhaufens Messier 4. Da ein solcher Sternhaufen aus mehreren Millionen Sternen besteht, wäre eine manuelle Auswertung sehr aufwendig und fehleranfällig. Deshalb arbeiteten wir mit Python, um die Sterne automatisiert und präzise zu vermessen. Am Nachmittag besuchten wir eine Vorführung in einem Planetarium bei der Supernova. In der großen Kuppel konnte der Nachthimmel realistisch dargestellt werden, was die Inhalte besonders anschaulich machte.

Freitag, Samstag und Sonntag

An diesen Tagen waren wir leider erkrankt, sodass wir nicht am Programm teilnehmen konnten. Am Freitag konnten wir daher auch nicht zur ESO gehen. Aus diesem Grund konnten wir in diesem Zeitraum keine weiteren Aktivitäten durchführen.

Montag, 30.03.

Am Montag, den 30.03., setzten wir unsere Projektarbeit fort. Zunächst besprachen wir gemeinsam mit unserem Betreuer in der Bibliothek unseren Fortschritt. Dabei hatten wir Modul 1 bereits abgeschlossen und mit Modul 2 begonnen. Anschließend arbeiteten wir bis etwa 12:30 Uhr weiter, bevor wir gemeinsam in die Kantine des Max-Planck-Institutes für Quantenoptik zum Mittagessen gingen. Nach der Pause arbeiteten wir weiter an unserem Projekt. Maximilian Häberle unterstützte uns dabei regelmäßig. Bis etwa 17:30 Uhr hatten wir bereits Modul 3 erreicht.

Dienstag, 31.03.

Dienstags begann unser Tag bereits um 9:10 Uhr mit einer Führung durch verschiedene Labore im Bereich der Optik. Eine Systemingenieurin erklärte uns, wie mithilfe von Modellen des Extremely Large Telescope (ELT) Prozesse simuliert werden können und wie wichtig Teamarbeit in diesem Bereich ist.

 

Anschließend besuchten wir den sogenannten „Giraffenraum“, in dem eine direkte Kommunikation mit Astronomen in Chile möglich ist. Danach arbeiteten wir weiter an unserem Projekt und schlossen Modul 3 bis 12:00 Uhr ab. Anschließend besuchten wir eine Vorlesung über Kugelsternhaufen. Bei einer gemeinsamen Pizza-Pause tauschten wir uns mit Wissenschaftlern und Studenten aus. Am Nachmittag bearbeiteten wir Modul 4 und schlossen damit unsere Projektarbeit vollständig ab. Zum Abschluss machten wir ein gemeinsames Foto mit unserem Betreuer. Der Tag endete gegen 17:00 Uhr.

Mittwoch, 01.04.(letzter Tag)

An unserem letzten Tag arbeiteten wir an einer zusätzlichen Aufgabe, bei der wir die Arbeit von Maximilian Häberle, genauer betrachteten. Dabei analysierten wir erneut einen Kugelsternhaufen und stellten insbesondere die Roten Riesen sowie die Weißen Zwerge heraus. Anschließend gingen wir gemeinsam mit unserem Betreuer zur Technischen Universität München, wo wir die bekannte Parabelrutsche ausprobierten. Danach gingen wir in eine große Mensa, um gemeinsam zu essen. Zum Abschluss verabschiedeten wir uns von unserem Betreuer und beendeten damit unseren Aufenthalt.

Zusammenfassung

Der Aufenthalt am European Southern Observatory war eine sehr interessante und lehrreiche Erfahrung. Wir konnten nicht nur unser Wissen im Bereich der Astronomie und Programmierung erweitern, sondern auch einen realistischen Einblick in die Arbeit von Wissenschaftlern gewinnen. Besonders beeindruckend waren die internationalen Kontakte, die modernen Technologien sowie die Möglichkeit, selbstständig an einem wissenschaftlichen Projekt zu arbeiten. 

Unser eigenes Büro, in dem wir die meiste Zeit am Projekt arbeiteten
Planetarium und Museum Supernova
Aufenthaltsort Stellaris Apartment

Projektbeschreibung

Nach der Bestimmung der Entfernung des Kugelsternhaufens Messier 4 im ersten Modul arbeiteten wir in den folgenden Modulen mit weiteren Datensätzen und

Methoden. Im zweiten Modul erstellten wir ein sogenanntes Farben-Helligkeits-Diagramm (FHD). Dabei werden die Sterne nach ihrer Farbe und Helligkeit dargestellt. So lassen sich wichtige Eigenschaften der Sterne erkennen, wie zum Beispiel ihre Entwicklungsstadien. Da alle Sterne in einem Kugelsternhaufen ungefähr gleich weit entfernt sind, kann man aus ihrer scheinbaren Helligkeit Rückschlüsse auf ihre tatsächliche Leuchtkraft ziehen.

Im dritten Modul bestimmten wir die Entfernung des Kugelsternhaufens Messier 92. Dafür nutzten wir das zuvor erstellte Farben-Helligkeits-Diagramm und verglichen bestimmte Sternpopulationen, insbesondere sogenannte Horizontalast-Sterne. Diese haben eine ähnliche Leuchtkraft, wodurch man Entfernungen vergleichen kann. Da die Sterne in M92 schwächer erscheinen als die in M4, lässt sich daraus schließen, dass M92 weiter entfernt ist.

Im vierten Modul beschäftigten wir uns schließlich mit der Andromedagalaxie. Da diese Galaxie deutlich weiter entfernt ist, konnten keine Parallaxenmessungen wie zuvor verwendet werden. Stattdessen nutzten wir Daten des Hubble-Weltraumteleskops, um ebenfalls ein Farben-Helligkeits-Diagramm zu erstellen. Anhand dieses Diagramms identifizierten wir erneut Sterne im Horizontalast und verglichen deren Helligkeit mit den zuvor untersuchten Sternhaufen. Da diese Sterne in der Andromedagalaxie deutlich lichtschwächer erscheinen, konnten wir daraus schließen, dass sie sich in einer viel größeren Entfernung befindet.

Nach der Bestimmung der Entfernung des Kugelsternhaufens Messier 4 im ersten Modul arbeiteten wir in den folgenden Modulen mit weiteren Datensätzen und

Methoden. Im zweiten Modul erstellten wir ein sogenanntes Farben-Helligkeits-Diagramm (FHD). Dabei werden die Sterne nach ihrer Farbe und Helligkeit dargestellt. So lassen sich wichtige Eigenschaften der Sterne erkennen, wie zum Beispiel ihre Entwicklungsstadien. Da alle Sterne in einem Kugelsternhaufen ungefähr gleich weit entfernt sind, kann man aus ihrer scheinbaren Helligkeit Rückschlüsse auf ihre tatsächliche Leuchtkraft ziehen.

Im dritten Modul bestimmten wir die Entfernung des Kugelsternhaufens Messier 92. Dafür nutzten wir das zuvor erstellte Farben-Helligkeits-Diagramm und verglichen bestimmte Sternpopulationen, insbesondere sogenannte Horizontalast-Sterne. Diese haben eine ähnliche Leuchtkraft, wodurch man Entfernungen vergleichen kann. Da die Sterne in M92 schwächer erscheinen als die in M4, lässt sich daraus schließen, dass M92 weiter entfernt ist.

Im vierten Modul beschäftigten wir uns schließlich mit der Andromedagalaxie. Da diese Galaxie deutlich weiter entfernt ist, konnten keine Parallaxenmessungen wie zuvor verwendet werden. Stattdessen nutzten wir Daten des Hubble-Weltraumteleskops, um ebenfalls ein Farben-Helligkeits-Diagramm zu erstellen. Anhand dieses Diagramms identifizierten wir erneut Sterne im Horizontalast und verglichen deren Helligkeit mit den zuvor untersuchten Sternhaufen. Da diese Sterne in der Andromedagalaxie deutlich lichtschwächer erscheinen, konnten wir daraus schließen, dass sie sich in einer viel größeren Entfernung befindet.

Kugelsternhaufen M4
Farben-Helligkeits-Diagramm
Mithilfe von Gaia-Daten wurden die Sterne analysiert und nach Farbe sowie Helligkeit dargestellt.

Fazit

Insgesamt war das Stipendium eine sehr wertvolle Erfahrung für uns. Wir konnten viele neue Einblicke in die wissenschaftliche Arbeitsweise gewinnen und praktische Erfahrungen sammeln. Besonders interessant fanden wir die Auswertung von Sternen mit einem Farben-Helligkeits-Diagramm. Außerdem haben wir gelernt, selbstständig zu arbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen besser zu verstehen. Das Stipendium hat unseren Horizont erweitert und uns geholfen, unsere berufliche Orientierung klarer zu machen. 

Danksagung

Wir möchten uns herzlich bei den „Auricher Wissenschaftstagen“ für die Möglichkeit dieses Stipendiums bedanken. Ein besonderer Dank ebenso an Maximilian Häberle und die ESO, die hilfreichen Erklärungen und die freundliche Aufnahme.