Praktikum am Teilchenforschungsinstitut CERN
vom 19. bis zum 30. Oktober 2015
Von Ralf Herman Krüger und Martin Schröder

Am Sonntag, dem 18.10.2015, flogen wir von Bremen nach Genf, um unser Stipendium am CERN antreten zu können. Ralf und ich wurden mit lauem Herbstwetter in Genf begrüßt.

auf dem CERN-Gelände vor einem aus­rangierten Ma­gneten

Am darauf folgenden Tag, dem 19.10.2015, konnten wir dann das langerwartete Praktikum endlich antreten. Da wir in den folgenden Tagen oft mit Strahlung in Kontakt kommen würden, mussten wir an einem Test teilnehmen, der der Sicherheitsbelehrung diente. Nach erfolgreichem Bestehen des Testes erhielten wir dann unser Dosimeter, ein Strahlungsmessgerät, mit dem wir offiziell in unter Umständen verstrahlten Arealen arbeiten durften.

Gegen Ende des Tages besichtigten wir noch den Microcosm, eine Ausstellung des CERNs über einzelne Bauteile der Teilchenbeschleuniger, welche uns einen Vorgeschmack davon gab, was uns erwarten würde. Zudem konnten wir uns mit Michael Hauschild, unserem Betreuer und langjährigen Physiker, unterhalten und Fragen stellen.

COMPASS
Holger Dirks (BBS), Keno Groß, (BBS), Johannes Bernhard, Martin Schröder und Ralf Herman Krüger (v. l.)

Spannend wurde es dann am Mittwoch, dem 21.10.2015, als wir endlich an ein waschechtes Experiment kamen, dem COMPASS-Experiment. Wir hatten die Möglichkeit, mit Johannes Bernhard, Betreuer für uns im Versuchsgelände, das Experiment während eines Shutdowns zu besichtigen. Dabei konnten wir den Physikern beim Aufbau eines Experimentes helfen. Den folgenden Tag verbrachten wir mit der Messung von Höhenstrahlung mithilfe eines Photomultipliers. Dieser wandelt die Energie der Teilchen in elektrische Signale um, welche dann auf dem Oszilloskop angezeigt werden. Am Abend des selbigen Tages durften wir auch noch das CCC (Cern Control Center) besichtigen, von dem aus alle Experimente steuerbar sind. Mit der genauen Funktion eines solchen Photomultipliers beschäftigten wir uns dann am Freitag. Wir lernten verschiedene Herstellungsmethoden sowie -typen kennen. Als Abschluss durften wir die unterirdische Verkabelung des COMPASS-Experimentes bestaunen, welche von der Transformatorhalle zum Versuchsgelände führte.

Am Wochenende besichtigten wir die wunderschöne, aber auch teure Stadt Genf. Das Besondere war, dass die UNO Tag der offenen Tür hatte, was ungefähr alle 5 Jahre der Fall ist. In der darauf folgenden Woche nahmen wir dann an einem Lehrerseminar teil. Bei diesem hörten wir verschiedenste, sehr wissenschaftliche Vorträge über das CERN, Antimaterie und allgemeine Teilchenphysik. Doch zu jeder Theorie gehört auch die Praxis, deswegen besichtigten wir nicht nur das Synchrocyclotron SC, einen der ersten Teilchenbeschleuniger, sondern auch CMS, einen Detektor des LHC, die Magnettesthalle SM18, in der neuste Magnete getestet werden und auch den Antiproton Decelerator, an dem Antiwasserstoff hergestellt wird.

Am Donnerstag Mittag wurden wir von Herrn Hauschild dann noch zum Essen eingeladen, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Am Freitag ging es dann wieder zurück in die Heimat, nach Ostfriesland.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Koordinatoren der Auricher Wissenschaftstage, aber auch bei den Betreuern des CERNs, welche uns stets umsorgt und uns prima in den Alltag eines Physikers eingebunden haben.

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